Bericht - Kongress in Rosenheim

In Rosenheim fand am letzten Wochenende die Fortsetzung der Positiven Psychologie Tour 2014 statt. Unter dem Titel „Angewandte Positive Psychologie in Coaching, Leadership & Business“ waren die ganz Großen des positiven Coachings in Bayern versammelt, um den zahlreichen Kongressbesuchern die mögliche Integration der Positiven Psychologie für den Coachingprozess näher zu bringen. Den Beginn machte Robert Biswas-Diener mit einer Einführung in die Terminologie und aktuellen Forschungsstand des positiven Coachings. Er arbeitete heraus, dass es bei erfolgreichen Coaching Prozessen nicht nur um die Erhöhung des Glücklichseins bei einer einzelnen Person, sondern viel mehr um die Erhöhung eines breiteren Spektrums von psychologischen States wie Motivation oder Vertrauen im gesamten Organisationssystem gehtDer nachfolgende Vortrag von Christian J. van Nieuwerburgh beschäftigte sich ausgehend von einer Erörterung der drei Coachingelemente (Coachingprozess, Coachingskills und Way of being) mit der Frage was für Vorteile es hat die Umwelt in der Personen ihrer Arbeit nachgehen zum Aufblühen zu bringen und wie man so eine Coaching-Kultur entwickeln kann.
Daniela Blickhan stellte in ihrem Vortrag das Kontinuum zwischen Burnout und Aufblühen vor und zeigte in der vorgestellten Forschungsarbeit dass positiv psychologische Gruppenarbeit zu einer Erhöhung des allgemeinen Wohlbefindens führt und so Burnout substantiell vorbeugen kann. Das Highlight des Tages lieferte Martin Seligman mit seinem prospektiven Vortragstitel 2051: Challenges in the world today. Basis des Vortrags war die Vorstellung der PERMA-Theorie welche aufzeigt welche Faktoren zusammenspielen müssen um ganzheitliches Wohlbefinden erleben zu können: Positive Emotionen, Engagement (Flow), Relationships (Beziehungen), Meaning (Sinnerleben) und Accomplishment (Leistung).

Die einzelnen Wohlbefindensfaktoren sind lt. Seligman substantiell beeinflussbar und durch diverse Übungen auf individueller sowie durch breit angelegte Trainings auch auf System, Organisations- sowie gesamtgesellschaftlicher Ebene förderbar. Den zweiten Tag eröffnete Günter Lueger. In seinem Vortrag zeigte er dass es sich lohnt auf die Suche nach Unterschieden im menschlichen Erleben zu gehen. Er zeigte dabei dass das menschliche Erleben variabel ist und dass der Fokus auf die stets vorhandenen positiven Unterschiede zu den gewünschten Veränderungen im Coachingprozess führen kann.Philip Streit beschäftigte sich als führender deutschsprachiger Experte in der angewandten Positiven Psychologie in seinem Vortrag mit dem Thema Work-Flow und wie dieser in Organisationen gefördert werden kann. Dabei wurde praxisnah diverse Tools vorgestellt. Der Vortragende machte deutlich, dass mitunter die richtige firmeninterne Positionierung der Mitarbeiter einen wesentlichen Faktor für Wachstum und Aufblühen eines Unternehmens darstellen kann.
Den Abschluss machte Robert Biswas-Diener mit seinem zweiteiligen Workshop zu positiven Coaching Tools. Biswas-Diener, der auch als der Indiana-Jones der positiven Psychologie bekannt ist, zeigte durch lebensnahe Geschichten, Metaphern und Symbolen wie man Veränderungsprozesse in die gewünschte Richtung modellieren kann. Der stets interaktive Charakter des Workshops kombiniert mit mehreren Show-Coachings zeigte die wichtige Rolle des Fokus auf die individuellen Stärken und positiven Gefühle in der Coachingsitzung. Ein fulminantes Ende eines Kongresses welcher viele Aha-Erlebnisse und neue Erkenntnisse zu Tage brachte. Alle Unterlagen zu den Vorträgen finden Sie als Teilnehmer auf www.seligmaneurope.com und www.akjf.at

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